Mobilitätsplan nimmt Fahrt auf
Wie bewegen sich die Menschen künftig in einer Stadt wie Weinheim? Möglichst klimafreundlich, rücksichtsvoll und sicher, aber auch effizient und zeitsparend? Wie gestaltet die Stadt dabei die Straßen, Plätze und öffentlichen Räume, so dass die Mobilität auch noch Spaß macht, und in die Aufenthaltsqualität die Leute in die Stadt lockt? Diese Fragen beschäftigen viele Weinheimerinnen und Weinheimer. Mehr noch seit dem Beginn an einer Mobilitätsplanung, die auf das Jahr 2040 abzielt und als Bürgerbeteiligungsprozess im vergangenen Jahr begonnen hat.
Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Verkehr. Im Rathaus hat das Amt für Stadtentwicklung die Federführung; dort sind auch ausgebildete Verkehrsplaner- und Verkehrsplanerinnen beschäftigt. Es ist auch eine Herzensangelegenheit des Ersten Bürgermeisters Andreas Buske.
In dieser Woche hat die Mobilitätsplanung einen Gang hochgeschaltet. Bei einer erneuten Öffentlichkeitsveranstaltung in der Stadthalle beteiligten sich mehr als 100 Menschen aus verschiedenen Gruppen der Stadtgesellschaft und diskutierten engagiert rund zwei Stunden über die Zukunft der Mobilität. Bürgermeister Andreas Buske zog nach der Veranstaltung ein sehr positives Fazit und zeigte sich in dem ambitionierten Projekt bestätigt. Fachlich wurde die Veranstaltung, wie der gesamte Prozess, vom Darmstädter Planungs- und Kommunikationsbüro „Wer denkt was“ begleitet.
Im Kontext zur Zukunftswerkstatt ist die Planung in drei Ziele gegliedert. „Weinheim für alle“, „Lebenswertes Weinheim“ und „Nachhaltiges und klimagerechtes Weinheim gegliedert“. Bei „Weinheim für alle“ geht es wesentlich um Barrierefreiheit gegenseitige Rücksichtsnahme, die selbstständige Mobilität aller Altersgruppen sowie die Verkehrsicherheit, die Vereinfachung und Abstimmung von Bussen und Bahnen. Hier sprachen die Teilnehmer sehr konkrete und praxisbezogene Verbesserungsvorschläge an – bis hin zu einer Anpassung von Buslinien und einer Verlegung von Haltestellen.
Busse und Bahnen im Öffentlichen Nahverkehr spielen auch beim Ziel „Nachhaltiges und klimagerechtes Weinheim“ eine Rolle, dabei ging es um eine Verbesserung des Angebotes sowie ein schnelleres Durchkommen im Straßenverkehr. Aber vor allem um eine Verbesserung der Bedingungen für Radfahrer, wie bessere Radwege, mehr Fahrradständer an wichtigen Orten sowie noch bessere Fußwege. Aber auch für Autofahrer sollte sich die Situation verbessern, zum Beispiel durch verbesserte Ampelschaltungen und ein effizienteres Parkplatz-Management zum Beispiel durch eine bessere Auslastung der Parkhäuser, die heute oft noch sehr viel freien Parkraum bieten. Auch eine verbesserte Anbindung der Ortsteile war ein häufig angesprochenes Thema.
In einer Vergleichsanalyse hatte das Planungsbüro unter anderem ermittelt, dass der Anteil des Autoverkehrs in der Weinheimer Innenstadt im Verhältnis zum Fahrradfahren deutlich höher ist als in vergleichbaren Städten wie Speyer oder Ettlingen bei Karlsruhe. Bei der ÖPNV-Versorgung liegt Weinheim hingegen weit oben.
Jedenfalls hat die Mobilitätsplanung im neuen Jahr für 2026 an Fahrt aufgenommen. Die Erkenntnisse aus der Bürger-Info-Veranstaltung werden jetzt ausgewertet und in die Fragestellungen der Online-Bürgerbeteiligung einfließen, die am 18. Februar beginnt.
Weitere Infos auf www.weinheim-mobil.de
