Baulücken auf den Grund gehen
Wohnraummangel in den Städten ist ein Problem, das sich nicht so leicht lösen lässt. Ein Grund sind immer wieder leerstehende Wohnungen, die nicht vermietet werden, obwohl Nachfrage besteht. Und Baulücken, die leer bleiben, obwohl dort Raum und Recht wäre, um neue Immobilien entstehen zu lassen. Die Stadt Weinheim, hier das Amt für Stadtentwicklung, kümmert sich schon lange darum, möchte Abhilfe schaffen.
Schon in den Jahren 2017 bis 2019 hatte sich die Große Kreisstadt erfolgreich um die Aufnahme in ein Förderprogramm „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ beworben.
Das soll nun wieder geschehen.
Der Gemeinderat hat in dieser Woche einen erneuten Antrag zur Aufnahme ins Förderprogramm unterstützt.
Schon im Zuge der letzten Teilnahme wurde erarbeitet, dass es in Weinheim rund 319 klassische Baulücken oder baulückenähnliche Teilflächen gibt, die eine Fläche von etwa 16,6 Hektar umfassen (wie viel das ist, zeigt ein Vergleich mit dem Geltungsbereich des Bebauungsplanes Allmendäcker, der rund 6,3 Hektar umfasst.)
Eine überschlägige Überprüfung habe ergeben, dass im Laufe der Jahre mehrere Dutzend der 319 Baulücken bebaut wurden, gleichzeitig kommen aus dem Gebiet Lützelsachsen-Ebene aber neue Baulücken hinzu, die in der letztmaligen Erhebung nicht betrachtet wurden, da sich das Gebiet gerade in der Entwicklung befand. Derzeit könne nach wie vor von einem Potential von rund 16 Hektar ausgegangen werden, das ohne weitere Restriktionen jederzeit bebaut werden könnte.
Neben den klassischen Baulücken verweisen die Stadtplaner auch auf so genannte „Schrottimmobilien“, die ebenfalls Innenbereichsflächen blockieren, die eigentlich für Wohnbebauung geeignet sind. Flächenangaben hierzu liegen der Verwaltung derzeit nicht vor. Diese sollen in der weiteren Betrachtung nun auch erstmalig erhoben und berücksichtigt werden.
Aufgrund des extrem hohen Potentials an Innenentwicklungsflächen, die die Baulücken
vorweisen, sei eine Aktualisierung des Baulückenkatasters notwendig. Auf Grundlage dieser Erhebung kann die Verwaltung erneut mit den Eigentümern/innen in Kontakt treten und auch über die Anwendung weiterer städtebaulich möglicher Instrumente nachdenken.
Durch die erneute Erhebung in einem regelmäßigem Abstand von rund zehn Jahren könne die Verwaltung weiterhin ein Monitoring schaffen, durch das sichergestellt werden kann, dass alle Potentiale vollständig bekannt sind und gezielt auf deren Aktivierung hinarbeiten.
Durch eine erneute Teilnahme am Förderprogramm können in den nächsten 24 Monaten die Daten und Informationen erhoben werden, die für eine weitere Mobilisierung der Baulücken benötigt werden. Der Großteil der Erhebung soll 2027 stattfinden, die Auswertungen und der Abschlussbericht hierzu erfolgen dann 2028.
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